Häufigkeitsanalyse
Analyse der Häufigkeiten der einzelnen Zeichen im verschlüsselten Text. Vergleich mit allgemeinen Häufigkeiten in der Klartext-Spache.
Voraussetzungen
- Geheimtext monoalphabetische verschlüsselt
- ohne Transposition verschlüsselt
- Klartextsprache muss bekannt sein
- Häufigkeiten müssen übereinstimmen:
- langer Text
- kein Sachtext
Vorgehensweise
Die Häufigkeitsanalyse dient der Entzifferung von Geheimtexten ohne bekannten Schlüssel. Die einzelnen Buchstaben werden dabei gezählt und ihre Häufigkeit notiert, meist in Prozent, also relativ zur Gesamtzahl der Buchstaben (Buchstabenhäufigkeit).
Nun kann aufgrund der spezifischen Häufigkeit spezieller Buchstaben in einer Sprache, das E beispielsweise kommt in der deutschen Sprache mit rund 17 % mit Abstand am häufigsten vor, auf das verwendete Alphabet geschlossen werden. Kommt in einer Nachricht also beispielsweise der ansonsten recht seltene Buchstabe Q mit etwa 17 % vor, so liegt der Schluss nahe, dass Q in dieser Verschlüsselung für das E steht. Falls mehrere Möglichkeiten der Zuordnung bestehen, kann man die gleiche Vorgehensweise zusätzlich auch auf Bigramme, also Buchstabenpaarungen, anwenden.
Da die Genauigkeit der Häufigkeit mit der Länge einer Nachricht steigt, ist eine lange Nachricht deutlich einfacher zu entschlüsseln als eine kurze. Dies gilt übrigens für die meisten kryptoanalytischen Verfahren.