Dramenszenenanalyse
Szene 14: “Wirtshaus”
Die 14. Szene des Dramas Woyzeck von Georg Büchner trägt den Namen “Wirtshaus”. In dieser Szene treten Woyzeck und sein Antagonist Tambourmajor auf. Woyzecks Schwäche wird in dieser Szene offensichtlich.
In einem Wirtshaus brüstet sich der Tambourmajor selbstverliebt damit, wie stark er ist und dass er jeden Zweikampf gewinnen würde. Er protzt so selbstverliebt mit seiner Stärke und Männlichkeit, dass er behauptet, nur der “Herrgott“ könnte ihn im Kampf besiegen. Woyzeck wird vom Tambourmajor zum Trinken gedrängt.
Als das nicht funktioniert, provoziert er ihn, bis Woyzeck mit ihm ringt und verliert. Diese weitere Demütigung (neben dem Betrug mit Marie) wertet das Ego des Tambourmajors auf und er freut sich darüber und dass er sich als unbesiegbarer toller Mann bewiesen hat. Er ist kein fairer Gewinner, sondern verspottet seinen unterlegenen Kontrahenten noch zusätzlich, während er ihn im Schwitzkasten hält.
Bei Woyzeck verursacht diese Niederlage den Wunsch, seine Angelegenheiten, eine nach der anderen, zu regeln. Der Vorsatz, Marie zu töten, wird zur Gewissheit, da er ihr indirekt auch diese Schmach verdankt. Nun richtet sich sein ganzes Handeln auf dieses Ziel. Damit markiert diese Szene den Wendepunkt im Drama, da Woyzeck nicht bereit ist, weitere Demütigungen hinzunehmen und nun auch bei klarem Verstand seine Geliebte ermorden will.